Wir sind dann ma wech...
Geschrieben von Max..Katharina   
Tuesday, 26 February 2008

So, die Koffer sind vollgestopft bis zum Gehtnichtmehr gepackt, die Wohnung ist aufgeräumter als vorher und die Katzen sind satt (haben heute nochmal ein ganz "feines" Abschlußmahl serviert bekommen) und wir genießen jetzt völlig aufgeregt ganz entspannt den letzten Abend in Istanbul...

 Tja, das wars dann wohl, sehr komisches Gefühl. Einerseits ists irgendwie so, als ob wir gar nicht hier gewesen wären...Als hätten wir komplett ohne Zeitgefühl hier gelebt und gestern hätte uns jemand gesagt: "So, jetzt packen und denn gehts los!". Wie träumen und aufwachen und traurig sein, dass es nicht Wirklichkeit war. Andererseits ists irgendwie auch so, als wären wir schon immer hier gewesen und gestern hätte uns jemand gesagt: "So, jetzt packen und dann gehts los ins Auslandssemester nach Deutschland".. unbeschreiblich triffts mal wieder am Besten.

Es ist schon ziemlich hart hier wegzugehen und die ganzen Leute, neu gewonnenenen und lieben gelernten türkischen Gewohnheiten, Eigenarten und Tagesabläufe, die Katzen, die Wohnung, die noch unentdeckten Ecken Istanbuls, die etlichen bereits entdeckten Ecken Istanbuls, die Gesichter des Alltags, die Straßen unserer Wege, die Eindrücke während dem Umherwandern, die Eindrücke während der Pausen und so viele andere "Elemente" hinter uns zu lassen... ja, das Kapitel "Auslandssemester in Istanbul" ist nun beendet, aber im Gegensatz zu Istanbul als Stadt, lassen wir die Erinnerungen nicht hinter uns. Die nehmen wir mit. In Kopf und Herz.

Wir haben natürlich noch den Strohhalm, der uns sagt, dass wir jederzeit zurückkommen können und einen Emre, der uns mehrmals versichert hat, dass seine/unsere Wohnungstür immer offen für uns ist! Es wäre schön, wenn wir irgendwann -in unbekannter Zukunft- noch einmal in den Genuß kommen könnten, ein wenig Zeit an diesem einzigartigen, anderen, interessanten und wunderschönen Ort zu verbringen. Auch wenn die Gewissheit, dass keine Zeit in unseren Leben je so sein wird wie die hier verbrachte, ein wenig betrübt, so ist der Abschied nicht von Traurigkeit geprägt. Eher von Dankbarkeit für all die Erinnerungen, Erfahrungen, Eindrücke und Erlebnisse die uns in dieser Zeit geschenkt wurden und unsere Leben bereichert haben.

Natürlich freuen wir uns auch auf "zu Hause" und alles, was es zu dem macht was es ist... die Menschen, die Tiere, die Badewanne, der Kaffee, der Käse, die Internetgeschwindigkeit sowie der Luxus stetigem Stroms und fleißig fließendem Wassers...

Morgen übergeben wir die Schlüssel an die gute Seele des Hauses, Frau Fatos, und schleppen unsere 30kg-Kampfgewicht-Koffer den Berg hoch. Das wird ein Spaß. Vorallem wenn man noch zusätzlich -am Rande- erwähnt, dass die Reisenden -auf Grund akuter Platznot- jeweils mehrere Klamottenschichten mit sich schleppen müssen (zwei Hosen, drei Shirts und mehrere Sweatshirtjacken)... und dann -welch ein Zufall- macht es das Wetter morgen wohl nicht leichter, denn morgen sollen wir hier 17° und Sonne bekommen. Und man sollte dabei keinesfalls vergessen, dass die türkische Sonne eine andere ist als die norddeutsche, denn wenn hier die Sonne rauskommt, könnte man -egal ob Winter, Herbst oder Jahreszeitenübergang- sofort in T-Shirt und Flip Flops umherrennen und Eis essen (wobei das mit dem Eis essen lässt man dann wohl doch lieber). Naja, sollten wir dann einigermaßen lebendig und völlig überhitzt am Busbahnhof ankommen, die ganzen Taschen und uns selbst im Bus haben, werden wir wohl gegen Mittag am Flughafen sein. Und wenn wir dann noch ohne Gepäckgewichtsprobleme unser Gepäck aufgeben können, die Pass-/Visakontrolle sowie die etlichen Körperabtastungen und Taschendurchleuchtungen überstehen, ist das meiste schon geschafft. Dann müssen wir nur noch durch die Handgepäckkontrolle. Und wenn wir uns dann wieder mit all den Klamotten und Taschen behangen haben sind wir auf der sicheren Seite. Dann müssen wir nur noch zwei bis drei Mal unsere Ausweise vorzeigen, unser Terminal und unser Reiseziel nennen können und dann ist es endlich geschafft.. endlich können wir.. in Ruhe darauf warten endlich in dem Flieger zu sitzen, nachdem wir auch dort alles verstaut haben.. und wenn das Flugzeug dann startet, machen wir einige Kreuze, kneifen uns kurz und versuchen zu entspannen. Hach, das wird schön!

Wenn wir dann so in den Lüften schweben, werden uns bestimmt noch einmal all die schönen Dinge, Momente und Erlebnisse einfallen und mit einem Grinsen im Gesicht werden wir denken: Was für ein Aufwand, was für ein Akt manches mal, wie anstrengend das alles teilweise war, wie schwierig auch.. doch all das hat sich gelohnt.

An dieser Stelle noch ein wichtiges Dankeschön an alle stillen Istanblogleser, Foto- und Videogucker und aktiven Kommentatoren... Ihr habt das ganze noch schöner gemacht!! Danke... 

 Also denn, das war nun offiziell das letzte "Update" aus Istanbul...Cry... Auf Wieder Sehen!

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Last Days in Paradise
Geschrieben von Max..Katharina   
Monday, 25 February 2008

Noch zwei Tage! Wobei man den Mittwoch eigentlich nicht mehr zählen kann...Im Grunde genommen kann man die gesamten letzten Tage gar nicht richtig zählen, weil wir hier tagtäglich krampfhaft versuchen, den ganzen Kram -der sich so angesammelt hat- in unsere Koffer zu bekommen ohne die 30kg-Marke zu überschreiten... wir haben schon so oft ein-, aus- und wieder eingepackt, dass wir uns irgendwie in einer "Und täglich grüßt das Koffertier"-Endlosschleife befinden .. 

Dennoch lassen wir uns natürlich nicht runterziehen und machen munter weitere Entdeckungen... Die Tage bestehen also nicht nur aus Kofferpacken, Gott sei Dank. Ohne frische Istanbul-Luft wären die letzten Momente wohl weniger schön! Aber so kann man noch ein bisschen Abschied nehmen und selbigen genießen. Also waren wir gestern Abend in Sultanahmet um uns die blaue Moschee in verschiedenen Beleuchtungen anzugucken, dabei sollte es -laut Reiseführer- einen, per Lautsprecher übertragenden, Vortrag (auf Deutsch erzählte Geschichte) über die Entstehung der Moschee geben. Wie so oft hat der Reiseführer gelogen und es wurde nichts erzählt oder anders beleuchtet als sonst. Allerdings ist es auch so wunderschön die Moschee anzugucken und die abendliche Predigt direkt vor Ort anzuhören (wirklich ein unbeschreibliches Erlebnis!). Der Gebetsgesang war auch sonst natürlich häufig zu hören, aber immer ein wenig gedämpft, da die Gesänge in die kleineren Moschees übertragen werden. Wir waren also noch nie direkt und live dabei.. das waren sehr schöne 10 Minuten. Einfach atemberaubend und ruhig. Es wurde Tee gereicht und die allgemeine Stimmung war gut!

Heute waren wir wohl das letzte Mal auf der Istiklal... Während wir den Gang über diese immernoch beeindruckende Einkaufsstraße genossen, realisierten wir erst, wie schnell die Zeit doch vergangen ist und erinnerten uns an unsere ersten Schritte durch die Istiklaler Gassen. Zur Feier des Tages haben wir es gewagt und "frittierte Muscheln im Brot mit Dressing" gegessen...Bis zur Hälfte schmeckte es wirklich lecker -wenn es einem gelingt auszuklammern, dass man da gerade Muscheln ißt-, aber dann wurde der Geschmack doch ein wenig penetrant. Dennoch war es ein leckeres Erlebnis und lohnender Abschluß! 

Morgen werden wir dann nochmal nach Eminönü gehen, um dort die letzten Besorgungen zu tätigen, den Ausblick und die Luft zu genießen, einige letzte Eindrücke aufzusaugen und vielleicht auch dort noch die ein oder andere Istanbuler Köstlichkeit zu uns zu nehmen...  

Und was machen wir heute Abend noch? Und was machen wir morgen nach dem Aufstehen? Und was machen wir morgen Nachmittag? Und morgen Abend? Und was machen wir Mittwoch morgen?

PACKEN, sortieren, PACKEN, aufräumen, Koffer wiegen, genießen, PACKEN, mit den Katzen spielen, PACKEN, verzweifelt stopfen, umräumen, durchwischen, PACKEN,  Entspannungsversuche starten, Koffer wiegen, Abschied nehmen und... Packen!

Für alle die nicht packen müssen, hier die visuellen Eindrücke der letzten Tage:

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Or - ta - köynn wa ja mal hin
Geschrieben von Max..Katharina   
Saturday, 23 February 2008

Sonnenschein, 14° und gut geschlafen...Wir fuhren nach Ortaköy, weil guter Schlaf auch so seine -zeitlichen- Nachteile mit sich bringt. Dort sollte es Samstags einen Kunstmarkt geben und -an jedem Tag- die besten Kumpir (Kumpir=Ofenkartoffel für Fortgeschrittene) in ganz Istanbul, also Gründe genug, uns das mal genauer anzuschauen.

Seit langem (!) wollten wir schon in diesen Stadtteil.. nicht nur wegen des Marktes, nicht nur wegen des Kumpirs.. es hatte viele Gründe. Die Lage am Bosporus, die Nähe zur Bosporusbrücke, die Beschreibungen in einigen Artikeln -Ortaköy wird als schönster Stadtteil bezeichnet.. wenige Touristen, viel Kunst- und den angeprisenen Charme. Doch leider machte meistens das hochgelobte, verfluchte Wetter einen Strich durch die Sonne Rechnung. Doch heute konnte niemand Striche machen.. niemand außer uns, auf unserer Istanbul-Erledigt-und-für-schön-befunden-Liste. Nach einer kleinen Busfahrt, standen wir an der Haltestelle "Ortaköy". Weit und breit kein Markt zu sehen, geschweige denn eine einzige kleine Kartoffel.. und leider auch keine Aushilfskraft im Kartoffelköstüm mit richtungsweisenden Schildern auf der Stirn.

Hmm...Wir gingen ein wenig der doch sehr befahrenen Strasse entlang - Nichts... Nichts außer der unglaublich riesigen und absolut unwirklich erscheinenden Bosporusbrücke. Bewundert, bestaunt, weiter suchen. Einmal im Kreis schauen... Nichts. Also wohl eher ins Landesinnere. Nach ein wenig hin- und her standen wir dann in einer Art "Alt-Istanbul", kleine Häuser, schmale Gassen und in geringer Ferne das Wasser... doch das Ortaköy "alt" ist nicht zu verwechseln mit dem Sultanahmet "alt", dieser Teil Ortaköys wirkt eher wie ein kleines, verträumtes Fischerdorf.. ruhig, schön und sauber... irgendwie auch magisch... ob das an den Kartoffeln liegt?!

Wir gingen zum Wasser...Trotz der Tagesauswahl (Samstag=Einkaufen! Und zwar alle!) war es relativ leer (oder auch: Nicht bis zum quetschen voll) und wir konnten uns sogar einen Sitzplatz auf einer Bank ergattern! Dort sassen wir nun, schauten aufs Wasser, sahen den Kindern beim Taubenfüttern und den alten Männern beim Angeln zu und sonnten uns. Welch Wohltat nach all dem Unwetter! Einer der friedlichsten Plätze unter den allgemein zugänglichen...

So langsam bauten "sich" auch die Händler auf um ihre Waren zu präsentieren - Ketten, Ohrringe, Armbänder und allerlei Stoffe...und es wurden immer mehr, bis die Gassen die vorher noch leer waren, plötzlich mit hunderten flohmarktähnlichen Ständen gefüllt waren. Viel sehen macht hungrig, also suchten wir uns einen (von den 20 nebeneinander stehenden) Kumpir-Ständen aus. Wer es nicht kennen sollte: Kumpir besteht grundlegend aus einer RIESENKARTOFFEL und riesig ist wirklich so gemeint! Kartoffeln in dieser Größe wären in Deutschland Gold wert. Diese wird längs aufgeschnitten, aufgeklappt und erstmal mit Käse und Butter "durchgemanscht"...Auf diese (alleine schon) leckere Grundlage kommen dann Zutaten, die man sich -nach persönlichen Vorlieben- aussuchen kann...In diesem Fall wählten wir Mais, Rotkohl, scharfe rote Sauce (ja, die vom türkischen Restaurant in auch ihrer Nachbarschaft) Bulgur und nochmal Käse darauf...Dann kommt Mayonaise und ein wenig gewürzter Joghurt (kein Tzaziki, gibt es hier nämlich nicht!!) darüber. Man kann sich also schon beim Lesen vorstellen, dass eine Kartoffel für zwei Personen reicht, zumindest heute. Es gab schon das ein oder andere Mal, bei dem wir jeder eine solche "Bombe" gegessen haben und seid euch sicher - eine Halbe pro Person reicht! Ist auch bekömmlicher und gesünder... ja, ja.. manchmal ist weniger wirklich mehr!

Wir setzten uns wieder ans Wasser und verzehrten dort unser erworbenes Meisterwerk. So wie viele andere auch..ist schon amüsant, unzählige Menschen mit Mutantenkartoffeln, auf denen sich getürmte Zutaten paaren, wenn sie nicht ruhen, durch den Stadtteil gehen zu sehen. Da wir bei der Platzsuche einen Waffelstand entdeckten, war der Appetit auf Nachtisch geweckt. Denn Waffeln hatten wir beide schon sehr lange nicht mehr gegessen und warum dann nicht hier? Also ging es los, als wir dann vor dem Stand standen, konnten wir es kaum glauben. Dort steht ein einzelner Mann mit zwei Waffeleisen von Bosch und einer Palette von Zutaten, die einzeln betrachtet schon reichen würden, um sich den Geschmack vorstellen zu können! Wo es beim Crepeladen ja schon einiges zum "draufpacken" gibt, so schiessen die türkischen Nahrungskünstler mal wieder den Vogel ab! Mannomann.. jegliches Salatbüffet ist dagegen wie die Erbse zum Kürbis.. Es gab ca. 8 verschiedene Cremes (Nuss-, Banane-, Caramel-, Pistazien-, Nougat-, Schokoladen-, Kiwi-Creme, ...) 10 verschiedene Arten gehackte/geschnittene/geraspelte Nussarten, 8 -verschiedene- eingelegte Cocktailfrüchte und alles was irgendwie als Obst bezeichnet werden konnte. Und natürlich noch Sahne! Tja, die Waffel ist ja eigentlich klein, aber da passt verdammt viel drauf - das sollten wir lernen...Wir nahmen wegen akuter Entscheidungsunfähigkeit einfach mal das Gleiche: Es fing an mit einer Zusammenkunft dreier Schoko/Pistazien/Karamel - Cremes, die dann mit einem Allerlei von Hülsenfrüchten garniert wurden, um dann mit Bananenscheiben abgerundet zu werden. Es war ein wahrer Turm auf der platten Waffel zusammengekommen...Ehe wir uns fragen konnten, WIE wir das denn essen sollten, wurde das Ganze einfach mal "dürum-mässig" zusammengerollt und in eine, eigens dafür konzipierte "Haltetüte" gepackt... natürlich mit Budennamen bedruckt, damit wir nächstes Mal -wenns geschmeckt hat, wovon mal auszugehen ist- wieder zu genau diesem Herrn kommen.. Serviette dazu, Erfrischungstuch- feddich! So standen wir dann mit unsern "Granaten" in der Hand und wunderten uns... "Alter Schwede"..! Die fast unaushaltbare Vorfreude wurde durch die aufkommenden Angstgefühle (neu entdeckte "Waffephobie") nur wenig gedämpft...

Nach dem ersten Bissen wurde schnell klar, dass dies die absolute Perversion, Geschmacksfeuerwerk und Gaumenentzückung zugleich darstellte... nach dem fünften Bissen wurde uns bewusst, dass es beinahe unmöglich war, dieses riesige Teigteil aufzuessen...An dieser Stelle sei gesagt, dass Herr Jens es tatsächlich geschafft hat! Frau Schmidt hielt es bis zur Hälfte gut aus... überlegte dann ob sie den Rest mitnehme.. nahm dann doch noch ein Bissen, stand kurz vor der Implosion und entschied, dass es Zeit für einen Waffelabschied sei. Dennoch: Unglaublich lecker und absolut nachahmenswert!

Wir machten uns kauend -zu Fuß- auf den Rückweg, an Besiktas vorbei (doch irgendwie sehr nah das Ganze) und Richtung Harbiye. Wir schlugen bis heute unbekannte Wege ein, um noch ein wenig mehr von unserer "Nachbarschaft" zu sehen und was fliegt uns da vällig unerwartet über den Kopf? Kein Vogel - kein Flugzeug - keine Katze - Eine Seilbahn...unglaublich (fast unglaublicher ist allerdings die Tatsache, dass wir sie bis dato noch nie gesehen hatten)...Natürlich sind wir sofort den Berg hochgegangen, haben 1.30 YTL (70 Cent) bezahlt um dann ca. 100 Meter weit und 30 Meter hoch über Istanbul zu schweben! Völlig überflüssig diese Aparatur.. aber trotzdem und gerade deswegen einfach wunderbar!

Somit hatten wir uns auch den "Mörderberg" erspart und konnten entspannt weiter nach Hause wandern... und da sind wir nun.. satt wie lange nicht... und genießen das Gefühl mal wieder einen wunderschönen, spannenden und unvergeßlichen Tag in Istanbul verbracht zu haben.

Um Euch ein wenig Teil haben zu lassen: 

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Dinner for six
Geschrieben von Max..Katharina   
Friday, 22 February 2008

Gestern war nach einer kleinen Tagänderung unser "grosses" Dinner angesetzt.

Wie bereits geschrieben, wollten wir gemeinsam mit Emre, Atil und Derya ein Abendessesn zubereiten, bei dem jeder etwas kocht und somit eine "Fusion" zwischen den Gerichten -den Kulturen, den Ländern, den Menschen- entsteht. Soweit so gut, was kochen wir also, wir die Deutschen... Emre bat um etwas Deutsches... Was ist überhaupt deutsch? Man könnte Rolladen oder Sauerkraut oder soetwas machen...Aber bekommt man hier die Zutaten?

Wir entschieden uns, um auch eventuellen Gefahren aus dem Wege zu gehen, für Fisch...Also besorgten wir 5 Doraden beim Fischmarkt. Diese sollten mit Petersilienkartoffeln und gekochten, angebratenen Karotten gereicht werden. Für die Fische machten wir eine spezielle Kräuter-Füllung, sehr zu empfehlen und absolut freestyle. Als Nachtisch sollte es dann angebratene Honigbananen geben. Als Vorspeise dachten wir an kleine Schwarzbrotscheiben mit Frischkäse und Gurke.. das Brot ist zumindest deutsch. Des Weiteren gab es zum Hauptgericht Tomaten, Gurken und Oliven an Feta.. alles von dem örtlichen Eminönü-Markt.

Also besorgten wir Vorgestern alle Zutaten (unglaublich viel!), um den gestrigen morgen dafür nutzen zu können, hier aufzuräumen. Denn irgendwie war es ja auch eine Art "Abnahme" der Wohnung...Wir wohnen ja momentan von der "Deposit", also der Mietsicherheit...

Wir räumten ziemlich lange auf und waren uns sicher, dass die Wohnung noch nie so sauber war.. Nachdem wir also knapp 5 Stunden mit Feudel und Lappen durch die Wohnung und Ecken krochen, gingen wir schnell die Getränke einkaufen (Wasser und Bier - Efes(türkisch) und Becks (ihr wißts!)), um dann so ca. um 17 Uhr mit den Vorbereitungen für das Dinner zu beginnen...

Um Punkt 19.30 sassen wir komplett fertig -nicht nur bezüglich der Vorbereitungen- auf dem -mit der gewaschenen Decke bedeckten- Sofa...Um 19.45 klingelte das Telefon - Emre - Seine spanische Freundin hatte ihn mit einem Besuch aus Schottland überrascht und käme gemeinsam mit ihm etwas später, wenn uns das für uns in Ordnung wäre... kein Problem, bei unsere Aufregung schaffen eh jeder nur einen halben Fisch. Also 6 Personen. In weiser Vorraussicht hatten wir dank Jenscher Intuition 6 Bananen gekauft. Alles klar!  Dann war es soweit, es klingelte, die Katzen versteckten sich und die ersten Gäste kamen!! Und ratz-fatz war die "Bude" voll!

Und was waren Emres erste Worte? "Ich habe die Wohnung noch nie so sauber gesehen, ist das wirklich meine?" 

Aus dem "gemeinsamen Kochen" wurde dann eher ein.."Ihr kocht und wir bringen ein paar Sachen mit", aber aufgrund unserer Essensmassen war das wohl auch besser so! Glücklicherweise klappte auch alles, alles war gelungen (wobei man natürlich bei Fisch nicht so viel falsch machen kann) und "al dente"..


Alle fanden das Essen lecker und waren auch satt, was ja immer ein gutes Zeichen ist..Nach der Banane ging dann auch echt gar nichts mehr - Es wurde eine Nargileh geraucht und über dieses und jenes gesprochen (Wehrdienst in Deutschland, die Wohnung, Amerika, Schottland, die Katzen, Integrationsprobleme und und und.. zum Glück hatten wir uns nachmittags noch in das aktuelle Zeitgeschehen "reingelesen").

Trotz der Sprache (Emre und Freundin leben seit zwei Jahren in Schottland, Atil hat 8 Jahre in Amerika studiert) entstanden wirklich nette Gespräche.. es wurden böse und witzige Geschichten in, um, über Istanbul erzählt und immer wieder erwähnt "wie gut das Essen schmeckte". Atil hatte während des Essens ungefähr zwei Worte gesagt und das ließ schon tief blicken. Als sich dann gegen 1Uhr alle auf den Heimweg machten -alle außer uns, wir blieben wo wir waren- gönnten wir uns ein kleines Abschlußbierchen und blickten voller Freude, Stolz und Erschöpfung auf einen spannenden Abend zurück.

Alles in allem war es für uns...

 

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Goodbye Bogazici
Geschrieben von Max..Katharina   
Wednesday, 20 February 2008

Leider funktioniert trotz des Dateiformats (flv) die Vorladefunktion (zumindest bei uns) nicht...Also sollte der Film einfach irgendwann abbrechen, einfach nochmal "Pause" drücken und nach Gefühl vorladen lassen!  Liegt wohl am freien Webspace?!

Man soll ja bekanntlich gehen, wenn es am schönsten ist... 

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Von Wasser und Wegen
Geschrieben von Max..Katharina   
Tuesday, 19 February 2008

Gestern ertönte erneut ein wohliger Klang in unseren Ohren.. Der Ruf Asiens... 

Die Schneemassen lösen sich langsam auf - hört sich gut an, hat aber leider zur Folge, dass sich nun fiese, schlammige von Restschnee bedeckte Flüsse und Seen auf den Strassen breitmachen... im wahrsten Sinne des Wortes. Denn auf Grund der -schon so oft verfluchten gelobten- Unebenheiten im Pflaster fließt nichts ab.. überall sind kleine Seen und Flüsse zu sehen/spüren.. für Fotos schön, für Füsse nicht. Und rutschig ist es auch, denn:

Sand?

Nö!

Äh, Salz?

Nee, warum? Geht doch auch so, ich schieb das hier ein bissl mit den Füssen wech und gut is..

 

Na, zumindest ist nun das Rezept gefunden, mit dem man gegen nasse Füsse ankämpfen kann... die türkischen "Chucks" oder Halbschuh Träger stampfen durch die Pfützen, als ob alles gut -also die Füsse nackt, die Temperaturen hoch, und das Wasser sauber- wäre... Reine Einstellungssache. Es gibt also wirklich nur die zwei Möglichkeiten diese Schlammschlacht im Schritttempo zu überstehen: Wasserdichte Schuhe oder pure Gleichgültigkeit! Wenn man weder das eine noch das andere hat, hat man dafür was anderes: PECH!

Irgendwie schafften wir es dann zur Fähre...Kaum legten wir ab, wurde uns bewusst, dass wir keinesfalls "in Sicherheit" waren...Es hatte zwar aufgehört zu schneien und die Sonne schien wieder, aber der Wind war noch voll da! Und weil Kadiköy an der Marmaraküste liegt, wir also erst über das Goldene Horn, dann ein Stück über den Bosporus und ein paar Hundert Meter über das Mamara-Meer schippern müssen (bei gutem Wetter hätten wir natürlich "schippern dürfen") war es ziemlich böse. Das merkte wohl auch der Kapitän, der es kaum verhindern konnte, dass wir nach Kadiköy schwimmen. Doch vorher mussten wir noch die gefühlten 4 Meter hohen Wellen überstehen.. das führte durchaus zu dem ein oder anderen Bauchkribbeln, vorallem weil die Fähren eher zur "alten Rasse" gehören (Herstellung 1967?!) und daher bei jedem Wasserhügel beunruhigende Schreie der müden Schrauben zu hören waren. Nachdem die Schmidt noch bei der letzten Gut-Wetter-Entspannung-Fährtour nach Kadiköy den Nutzen dieses kleinen, langen Steinstegs bezweifelte, war sie nun stillschweigend froh über dessen Einsatz.  Denn zum Glück gab es sie, die"Schutzmauer". Von ihrem Nutzen, nämlich keine Wellen durchzulassen, profitieren alle! Auch die darauf ruhenden Vögelschwärme.

Somit schafften wir es beinahe trockenen Fusses wieder an Land...doch auch dort, trotz des asiatischen Untergrundes, warteten schon die schmelzenden Schneereste auf uns, die anderen Passagiere und die Füsse aller.

Warum wir nach Kadiköy wollten? Also erstens, weil es letztes Mal so schön aber zu kurz war. Und zweitens weil, laut "Marco Polo"-Reiseführer (das ist nicht der in dem wir sonst gestöbert haben),  Dienstags -außer an Feiertagen- in Kadiköy der größte Markt Istanbul sein sollte.. mit allem was das Herz begehrt... von Schmuck, Antiquitäten über Klamotten, Fisch, Gemüse bis hin zu Souvernirs aller Art. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen, obwohl es auch hieß, dass es immer zu ziemlichem Gedränge kommen solle.. da die ganze Stadt auf diesen Markte gehe. Gut, schlimmer als bei der Visumsbeantragung KANN ES NICHT WERDEN, NIE! Wir wußten die grobe Richtung und Strasse, fragten kurz, bekamen eine Richtung und schlenderten in eben diese. Irgendwann kamen wir an eine Art Platz, und in einer Seitenstraße sah es so aus, als könnte dies der Weg zum Ziel sein. Zu sehen waren kleine Buden und Stände, die meisten allerdings geschlossen.. nach einer kurzen Frage an einen Verkäufer, wurden wir aufgeklärt: Yes, here is it.. but not today, on Friday!

Na toll! Im "Marco-Polo"-Reiseführer stand, dass Freitags ein kleiner Markt sei.. deswegen sind wir ja auch am Dienstag hin. Na egal, Beschwerdebrief wird demnächst aufgesetzt! Wir gingen weiter und nahmen irgendwie eine falsche Abzweigung, was wir natürlich erst viel später bemerken sollten. Wir gingen und gingen (immer in die gefühlte richtige Richtung) und wunderten uns noch, wieso wir denn jetzt nicht schon längst wieder in den kleinen Einkaufsstraßen Kadiköys sind. Irgendwann sahen wir dann Meer, das kann ja schon mal nicht so schlecht sein. Also noch einen Tick weiter, um dann zu bemerken, dass wir es irgendwie geschafft haben müssen, auf dem Rückweg von dem Markt, der nicht da war, komplett in die falsche Richtung gegangen zu sein. Wir waren in Moda.. ein Stadtteil am Marmarameer, hinter Kadiköy. Also den ganzen Weg wieder zurück. 

Trotz des Mißerfolgs war das Wandern sehr schön, neue Straßen, neue Welten.. und dort war es ungemein ruhig. Halb so wild. Außer der Marco-Polo-Lüge! 

In Kadiköy angekommen (zum zweiten Mal an dem Tag) schlenderten wir von Fütze zu Fütze und sahen dies und das...Unter Anderem, zwei (!) sogenannte "Hip Hop Läden"...Auch hier die Erkenntnis, dass der käuflich erwerbliche Hip Hop sehr teuer ist und im Grunde genommen ist das auch gut so (lassen wir einfach mal so im Raum stehen)! Wie schon in früheren Beiträgen kurz angeschnitten, gibt es hier sehr vereinzelnd sichtbare Einflüsse, bzw. Ausdrücke dieser Kultur. Da bleibt die Frage offen, ob, wenn die Bewegung quasi noch in den "Kinderschuhen" steckt, dies wirklich nötig ist: Der lokale Rapper Ceza tritt in seiner Heimatstadt für stolze 35 YTL auf...! 

Schade, denn nach seinem unglaublichen Auftritt in "Crossing the Bridge" und seiner Zusammenarbeit mit Samy Deluxe, waren wir (ja, ja, wohl eher Herr Jens) schon ein wenig neugierig.

Aber nachdem wir dann ein paar Kilometer falsch, einige richtig geschlendert waren, machten die Füsse ein weiteres Fortschreiten so gut wie unmöglich, denn: Siehst Du meine Füsse? Ich spür sie nicht mehr! Doch dann erinnerten wir uns an den neu entdeckten Gleichgültigkeits-Trick, wodurch zumindest der Rück-Rückweg gesichert war.

Trotz Allem und gerade wegen Allem, war auch dieser Besuch Kadiköys ein sehr schöner und wir verstehen immer mehr, dass es sich auf der -asiatischen- "anderen Seite" bestimmt gut leben lässt... wir kommen wieder.. doch vorerst nur bei gutem Wetter!

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Europa für alle!
Geschrieben von Max..Katharina   
Tuesday, 19 February 2008

Es war mal wieder soweit...gestern ging es ans monatliche bezahlen - die Miete für unsere Luxus-Wohnung.

Eigentlich hatten wir ja zu Anfang geplant, alles Finanzielle über die Bank, also online abzuwickeln...Dies sollte den Vorteil haben, einen gewissen "Nachweis" zu haben, dass man überwiesen und somit bezahlt hat. Wie so oft im und vor diesem Auslandssemester hat das natürlich gar nicht geklappt. Erstens ist ja die Türkei (noch) nicht in der EU, somit fallen extreme Kosten für Aulandsüberweisungen an. Zweitens spricht niemand Englisch in den hiesigen Banken und somit ist es für uns absolut unmöglich gewesen, irgendetwas zu überweisen...Da unser Vermieter Emre und seine Stellvertreter Atil und Derya (Emres Schwester und ihr Lebensgefährte) die ganze Sache ziemlich locker sehen, hat es sich schnell so eingespielt, dass man (Atil, Derya & wir, da Emre bis vor kurzem noch in Shottland verweilte) sich auf einen Drink irgendwo getroffen hat und ganz entspannt das Geld "rübergeschoben" hat.

Dies war immer ein wenig umständlich, da Atil & Derya eine Filmproduktion leiten und entweder sehr hart (manchmal 2 Tage ohne Schlaf, die Digitalen wissen wie es ist...) an ihrer Tv-Serie, oder an anderen Projekten gearbeitet haben...Also waren sie manches mal ziemlich fertig und kaum ansprechbar...Hinzu kam, dass wir ja vor einiger Zeit um das Leben einer "unserer" Katzen bangten und mit der ganzen Tierarzt-Geschichte komplett alleine gelassen wurden. Dies hatte irgendwie zur Folge, dass das Verhältnis ein wenig "angespannt" war. 

Nun sollte also gestern die letzte "Übergabe" stattfinden...Wir machten ein Treffen im Backwarenladen unserer Wahl aus...Dort warteten wir bei einem Riesenkeks (absolut vermissenswert) und Tee. Dann kamen sie und hatten eine weitere Person dabei - Emre! Er ist nun schon ca. 1 1/2 Wochen in Istanbul und wir hatten es einfach noch nicht geschafft uns zu sehen, also war die Freude doch ziemlich gross...Denn er war es, der uns den grossen Felsbrocken von unserem Rücken nahm, indem er uns die Wohnung anbot!

Ein durchweg sympathischer -und unglaublich europäischer- Kerl, mit dem unverkennbaren schottischen Akzent (Desmond lässt grüssen).

Auf einmal war alles anders, die Atmosphäre war unglaublich nett und entspannt...Uns wurde sofort angeboten, dass wir jederzeit bei ihm wohnen könnten (er würde dann ins Gästezimmer ziehen) und die Katzen könnten wir ja auch mitnehmen und wenn nicht, dann sollten wir sie zumindest ab und zu mal besuchen (Gerne!).


Wir tranken Tee und verteidigten uns gegen die Vorurteile, dass die Deutschen jede Gelegenheit dazu nutzen sich in irgendeiner Art zu entblößen (FKK in Istanbul eher nicht), dass Hamburg nur ein "Village" sei und dass Deutschland ja überall so wäre wie in München (Bayern ist NICHT Deutschland!!!!). Am Ende machten wir dann noch einen Termin für ein Treffen bei uns/ihm in der Wohnung aus, zum gemeinsamen Essen (jeder kocht irgendetwas)...

Also werden wir jetzt wohl die nächsten Tage die Wohnung aufräumen...  

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Draussen ist es kälter als nachts
Geschrieben von Max..Katharina   
Sunday, 17 February 2008

So, ein kleiner Nachtrag...Todesmutig haben wir uns in den Sturm gewagt (der Hunger treibt an)! Den Schneesturm in Istanbul!

Draussen war Alarmstufe weiss. Das grösste Problem ist wohl das nicht vorhandene "Schneeteam". In Deutschland rennen ja, sobald eine Flocke den Boden trifft, alle Rentner (keine Vorurteile an dieser Stelle!) auf die Strasse um dieses Ärgernis zu entfernen und 5 Kilo Salz/Sand darauf zu kippen...Somit bekommt man selten ein Bild zu Gesicht, welches sich nun uns bot.

Keiner machte sich die Mühe irgendetwas wegzuschippen, oder ein wenig Salz zu verteilen. Wozu auch, 5 Minuten später wäre es eh wieder vollgeschneit. Dies hat zur Folge, dass man an manchen Stellen bis zum Schienenbein im Schnee versinkt - Wunderbar!

Wir machten uns auf den Weg zu dem neueröffneten "türkischen Fast Food Restaurant" (wie wir berichteten, gab es diesen Geniestreich bisher nur auf der asiatischen Seite) und gingen durch einen in der Nähe liegenden Park. Absolute Stille und unberührter Schnee. In der Ferne wehte die türkische Flagge und die Palmen fühlten sich wohl irgendwie fehl am Platze...Ein merkwürdiges Bild und schwer zu beschreiben...

Nach einem ausgiebigen und dennoch günstigen Mahl (4 Euro für 3 Lah-/Peymacun+Cola+Nachtisch) gingen wir noch kurz über den Takism-Platz um uns das komische Schauspiel noch ein wenig anzuschauen...Absolutes Verkehrschaos, aber irgendwie ging alles seinen Weg...man passt sich irgendwie an!

  

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Frühlingsgefühle on the rocks
Geschrieben von Max..Katharina   
Sunday, 17 February 2008

Der Anfang vom Rest unseres Istanbul-Aufenthaltes ist nun so langsam angebrochen, also möchten wir natürlich so viel tun, wie möglich!

Gestern hatten wir also geplant nach Ortaköy zu fahren/gehen, welches direkt unter einer der Bosporus-Brücken liegt und einen Flohmarkt und die hiesige Kunstszene beherbergt...Vorfreude stellte sich ein. Und im Grunde genommen schon vor drei Wochen..

Am gestrigen morgen öffneten wir die Augen, es war extrem hell und irgendwie sehr ruhig. Was hatte dies zu bedeuten?

Wir guckten aus dem Fenster (ja, das berühmte Fenster zum Hof) und was war dort zu sehen...? Die Antarktis und ein wütender Schneesturm! Verdammt!

Wir warteten den ganzen Tag, ob es vielleicht besser werden würde, aber nichts veränderte sich...Es schneite wirklich den ganzen Tag durchgehend! Und dieses "durchgehend" ist keine gefühlte Angabe.. alle paar Minuten wurde es mit Blick nach Draußen überprüft. So ein Schneetreiben hat natürlich auch seine guten Seiten..man hat Zeit zum Zeichnen, kann mit den Katzen spielen (das gute alte "hohl den Aluball"-Spiel), selbiges ein wenig filmen, Beiträge des Blogs zur Datensicherung kopieren, Nargile rauchen und Unmengen von Kaffee trinken. Zwischendurch wurde dann nochmal die Kamera gezückt, das Fenster geöffnet, ein-zwei Fotos geschossen... akute Unterkühlung in Gesicht und den vorderen Fingerpartien festgestellt... Fenster im Affenzahn wieder zu, sich fragen warum man nochmal das Fenster geöffnet hatte und schnell ein warmes Getränk zubereitet. Also war es doch ein sehr schöner Tag.

Heute morgen öffneten wir die Augen, es war extrem hell, extrem kalt und irgendwie sehr ruhig. Was hatte dies zu bedeuten?

Wir wollten aus dem Fenster gucken, doch auf dem Weg dorthin viel uns auf, dass die Heizung aus war und zwar komplett aus... Lichtschalter betätigt.. nichts... Also Stromausfall! Verdammt!

Zum Fenster, rausgeschaut.. Antarktis, Eiszapfen, Schnee. Verdammt!

Zum Glück haben wir einen Gasherd, der es uns zumindest ermöglichte, Wasser zu erhitzen...

Also sassen wir eine gewisse Zeit, frierend auf dem Sofa und versuchten uns abzulenken. Nicht dass uns ohne Strom langweilig wäre, aber es war einfach so verdammt kalt in der Wohnung, als stünden wir barfuß und nur mit Badebekleidung auf einem Eisberg. Die Katzen wollten auch nicht so richtig als Wärmflaschen dienen und ihre Mäntel wollten sie uns auch nicht überlassen...die elenden Egoisten...euch lassen wir nochmal ins Bett!

Dann irgendwann ertönte das wohlige Geräusch der anspringenden Therme. Therme sprach es werde Strom und es ward Strom!

Herr Jens machte sich dann todesmutig auf den Weg, die Strasse hinunter zu steigen um zum Laden an der Ecke zu gehen.

Kaum war er aus der Haustür, überraschte ihn ein ungewohntes Bild: Nicht nur, dass alles mit Schnee bedeckt war, nein, einige Kinder fuhren Schlitten (!)...und zwar die Strasse hinunter! Ja, genau die Strasse, die doch eine gewisse Steigung vorweist. Als der frierende Herr dann einen Schritt auf die Strasse machte, wurde ihm blitzartig klar, dass er wohl auch einen Schlitten benötigt hätte, denn es war so dermassen glatt, dass es beinahe unmöglich war zum 10 Schritte entfernten Laden zu gelangen! Irgendwie schaffte er es dann doch und schaffte es danach auch irgendwie wieder den Berg hoch. 

Fazit: Schneeketten für Schuhe sind keinesfalls nutzlos und wenn man die nicht hat sollte man zumindest ein paar Schlittschuhe parat haben.

Hier also mal ein paar Bilder ausm Fenster:

 

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Schau 'ma da, Galata!
Geschrieben von Max..Katharina   
Saturday, 16 February 2008

Die Zeit war endlich gekommen...Wir gingen rauf.. gingen auf den Turm!

Welchen Turm?

Den Galata-Turm. Ein Turm im Herzen Beyoglus und definitiv sehenswert!

Wir hatten den Besuch in den letzten Wochen immer ein wenig herausgezögert, in der Hoffnung auf besseres Wetter. Denn bei Nicht-Nebel und Nicht-Regen und Nicht-Wolken kann man ja viel weiter blicken, dachten wir uns... dann wird das Schöne noch schöner. Aber da wir im Januar so gutes Wetter hatten, bleibt selbiges im Februar wohl aus. Sparmaßnahmen? Pech? Vorsorge für den trockenen Sommer (man erinnere sich an die Wasserausfälle aufgrund fehlendem Regenwassers)? Ausgleichende Gerechtigkeit? Geschäftsidee großer Teehäuser? Klimaschutz? Versuchte Touristenvertreibung für ein bisschen mehr Ruhe in der Nebensaison? Man weiß es nicht, aber bevor wir noch bis an unser Lebensende auf Sonnenschein warten, lieber bei "vereinzelt bewölkt" und 5° hoch als gar nicht. 

Also ab und hin. 

Bekannte Spieleverfilmungen (Hitman) wurden bereits an diesem einmaligen Platz rund um den und im  Galataturm gedreht (zumindest einige Szenen) und man muss es einfach mal gesehen haben...Istanbul von ganz weit oben.

Nachdem wir die doch ein wenig übertriebenen 10 YTL bezahlt hatten (Leider gab es keine Ermässigung durch Studenten-Status, allerdings freuen sich die Istanbuler immer, wenn sie feststellen, dass wir zum Studieren hier sind) ging es in den Fahrstuhl(!) um dann die letzten 2 Stockwerke (von insgesamt gefühlten zwei-einhalb) zu Fuss hinter/unter uns zu bringen. Da fragt man sich doch ob der Lift überhaupt notwendig gewesen wäre, vorallem bei dessen ausgefeiltem Innendesigns... das haben die Damen und Herren sich ganz schön was kosten lassen. Nobel nobel.. macht ganz schön was her. Vorallem weil man nicht einmal selber den kleinen schicken Knopf drücken muß, das erledigt ein in Anzug eingelegter Mitarbeiter.. 

Nach dem Stufen-Erklimmen war es soweit. Durch eine kleine Fenstertür stiegen wir hinaus in die Freiheit. Ziemlich eigenartiges Gefühl (Höhenangst, nee brauchen wa nicht), da man echt auf einem kleinen "Steg" in luftiger Höhe steht. Der Ausblick war, trotz des schlechten Wetters, unglaublich. Wir haben ja schon einiges erkundschaftet und es ist sehr faszinierend, die einzelnen Stadtteile und Gegenden so nah und doch so fern zu sehen. 

Zum Glück haben wir uns dieses Erlebnis am gestrigen Tage gegönnt, da heute und wahrscheinlich auch morgen wundervoller Sonnenschein bei 14° sein soll.. ach nee.. fascher Bericht.. falsche Stadt.. moment.. nochmal nachschauen.. ah ja.. hier ist es.. das Wetter in Istanbul besticht an diesem Wochenende durch.. einen wild wütenden Schneesturm bei Temperaturen um die 0°. Naja, man wird ja noch träumen dürfen?!

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Grosse Inseln/Preise/Kälte
Geschrieben von Max..Katharina   
Friday, 15 February 2008

Dem aufmerksamen Besucher dieser Seite mag es wahrscheinlich schon aufgefallen sein...Für alle Anderen:

Wenn die Augen in die rechte untere (quasi Süd-Östlich, oder 5 Uhr) Richtung gerichtet werden, so erblickt man eine kleine Anzeige...Diese wird von Wetteronline "gesponsert" und die ausführliche Anzeige (siehe Eintrag weiter unten) zeigte heute Morgen und auch gestern Abend für den heutigen Tag sonnige Aussichten und eine Celsius-Bandbreite zwischen 0 - 6 Grad an.

Alles klar, dachten wir uns und ignorierten einfach mal den Schneesturm, der vor unserem Wohnzimmerfenster tobte.

Auch beim doch sehr nassen (aus Schnee wird auch gern mal ein kleiner Eisregen) Weg, der uns nach Eminönü führen sollte, hielten wir an der Überzeugung fest, dass sich die Online-Wetterstation nicht irren könne! Wohlgemerkt hatte sie uns tatsächlich noch nie enttäuscht, bzw. hinters Licht geführt... wo Sonne draufsteht, ist auch Sonne drin.. bisher...

Denn wir wollten auf die Prinzeninseln! 

Laut unseres Reiseführers fuhren Fähren direkt von Eminönü die einzelnen Inseln ab. Zur Erklärung:

Entnommen von www.mymerhaba.com

"Das sind die im südöstlichen Marmarameer ein paar Kilometer vom asiatischen Istanbul entferntliegenden Inseln unterschiedlicher Grössen. Sie sind von dem Stadtzentrum mit Schiffen und Meeresbussen in weniger als einer Stunde zu erreichen. Da es auf den Inseln keinen Autoverkehr gibt, herrscht eine friedliche, faszinierende Atmosphaere, die von der südlichen Pflanzenwelt bereichert wird."

Als wir dann erstmal ein wenig Proviant (Schäfskäse, Oliven, frisches Fladenbrot) auf dem -ab 11 Uhr "proppevollen" Wochenmarkt- besorgt hatten, nebenbei eine Wohltat, wenn man ganz entspannt früh morgens einkaufen kann, ging es zur vermeindlichen Fähre.

Leider fuhr keine Fähre von Eminönü aus...sondern ab Kabatas, welches ein wenig entfernt war: Toller Reiseführer! Naja, so hatten wir wenigstens gutes Essen in der Tasche und der Weg zum neuen Ziel war ebenfalls "kein Ding". Die "Tram" ist ja ein schnelles Gefährt.

Wir kamen gerade pünktlich an, um das Schiff um 10.40 zu bekommen. Wir fanden einen Platz am Fenster (an der Heizung - Frau Schmidt hatte bereits jetzt nasse Füsse -> evtl. mal neue Schuhe?!), gingen dann aber doch an Deck, um ein paar Fotos zu machen und die Aussicht zu geniessen. Wie üblich auf türkischen Fähren, kam sofort jemand, der Kaffee und Tee, Gebäck und Säfte verkaufte und so hielten wir es doch noch ein wenig länger an der frischen Luft aus, dem Geschmack der Wärme des Kaffees sei dank.

Vom Schiff aus konnten wir gut das Treiben auf den einzelnen Inseln beobachten - nämlich keines. Da die Inseln eher als Sommerresidenz der Reichen dienen, war es auch klar - Es ist Winter!

Die 1 1/2 Stunden zu unserem Ziel, der "Büyükada", der Hauptinsel , vergingen wie im Flug (im wahrsten Sinne des Wortes). Und ehe wir uns versahen, standen wir auch schon an Land. Soweit so gut, was nun...Erstmal einen Tee trinken zum aufwärmen - Lecker...Dann machten wir uns auf den Weg, um eine der berühmten Kutschen zu besteigen (weil Fahrradfahren zu kalt und Rad in Deutschland). Ganz zufällig -oder aufgrund langjähriger Tourismuserfahrung- befand sich der Kutschenplatz direkt um die Ecke und dort betrachteten wir zunächst eine grosse Tafel.

Auf dieser waren viele Bezeichnungen und viele Preise...Zweierlei konnten wir ersehen: Die "Kücük-Tour" (kücük=klein) sollte 35 YTL (ca. 20 Euro) und die "büyük-tour" (büyük=gross) 45 YTL (ca. 26 Euro) kosten. Wir gingen also zu einem Fahrer und versuchten zu erfragen, ob es möglich wäre eine cok kücük (=sehr kleine) Tour, für die von uns als Höchstpreis festgelegten 20 YTL (dann aber leider ohne Trinkgeld), zu machen. Es war nichts zu holen - nix da verhandeln - Schade eigentlich!

Also machten wir uns zu Fuss auf den Weg, um wenigstens ein wenig die Insel zu erkunden. Doch so wie der Reiseführer, lag auch der Wetterdienst irgendwie komplett daneben und unsere Wanderung wurde durch die nicht auszuhaltende Kälte (zu vergleichen mit einer Strandwanderung an der Nordsee - IM WINTER) zu Nichte gemacht...Also gingen wir ein zwei grosse Runden, um dann realtiv missmutig zur Anlegestelle zurückzukehren. Dort stellten wir dann fest, dass die nächste Fähre erst um 15.15 fahren sollte - auf die Uhr geguckt 13.30...Hmm...also Teetrinken!

Diese gezwungene Entscheidung entwickelte sich dann als eine sehr gute, da wir die Zeit in einem sehr netten Café verbrachten und erneut verging die Zeit wie im Fluge.

Erkenntnis des Tages: Jeder irrt sich mal und diese ganz spezielle Insel sollte man nur im Sommer besuchen oder im Frühling, vielleicht auch dann noch, wenn es bereits ein wenig herbstlich ist.. im Winter ist es natürlich auch schön.. nur halt kalt, sehr kalt.. aber schön.. wenn man es kurz hält. Vielleicht haben wir ja irgendwann nochmal die wünschenswerte Möglichkeit bei über 25° und Sonne zur "großen Insel" getuckert zu werden... wer weiß?! Wir wissen eines: Lohnen würde es sich ganz bestimmt!

Vielleicht kann man sich anhand der Fotos ein Bild machen...

 

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